12. April 2018 | Von Detlef Pohl

Welche Maklerpools den besten Service bieten

Zwei aktuelle Studien zeigen die Nutzungsgewohnheiten unabhängiger Finanzberatern

Maklerpools bzw. Maklerverbünde sind für nahezu jeden zweiten unabhängigen Versicherungs- und Finanzanlagenvermittler unverzichtbar, wie eine aktuelle Studie der BBG Betriebsberatungs GmbH zeigt. Dabei sind die Makler  wählerisch geworden: Über die Hälfte von ihnen (56 Prozent) arbeitet nur noch mit einem bis zwei Pools zusammen. Die Studie „AssCompact Award – Pools & Dienstleister 2018“ basiert auf einer Onlinebefragung, an der 546 unabhängige Vermittler teilgenommen haben.

Im Schnitt verfügen Versicherungs- und Finanzanlagenvermittler (Zulassung nach § 34d bzw. 34f GewO) über 2,6 Anbindungen (2015: 2,7). Durchschnittlich arbeiten sie seit zwölf Jahren mit ihren Pools und Dienstleistern zusammen (2015: 10,6 Jahre).

Der beliebteste Pool ist und bleibt Fonds Finanz. Der Münchener Dienstleister konnte seine Vorreiterstellung in vier Leistungsbereichen sogar noch ausbauen. Überwiegend auf dem zweiten Rang hat sich die Maklergenossenschaft Vema platziert, auf dem dritten Rang steht blau direkt – beide sind stark bei Vorsorge/Leben, Kranken und Sach/HUK. Lediglich im Bereich „Finanzanlage/Finanzierung“ gab es – hinter Fonds Finanz – mit BCA (Silber) und Prohyp (Bronze) weitere Medaillengewinner. Andere Pools mussten etwas Federn lassen, darunter Netfonds.

Immer mehr Abschlüsse über Pools

Neben den Rankings enthält die Studie spannende Informationen zur Entwicklung des Poolmarktes.  Etwa 87 Prozent aller Vermittler arbeiten regelmäßig mit Pools zusammen (2017: 91 Prozent). „Im Versicherungsbereich stieg der über Pools vermittelte Geschäftsanteil in allen Bereichen auf einen neuen Rekordwert von 58 Prozent – zulasten des Direktgeschäfts der Makler mit Versicherern“, betont Dr. Christian Durchholz, Leiter BBG-Studien. Im Bereich Kranken würden bereits 62 Prozent der Abschlüsse über Pools platziert. Die Bewahrung der eigenen Unabhängigkeit (45 Prozent), das Back-Office des Dienstleisters (32 Prozent), die große Produktbreite aus einer Hand (31 Prozent) und exklusive Deckungskonzepte (29 Prozent) sind die wichtigsten Gründe für Makler, mit Pools zu kooperieren.

Risiken der Zusammenarbeit

Für 48 Prozent der Befragten ist eine mögliche Insolvenz bzw. die Schließung „ihres“ Pools das größte Risiko. Weitere 41 Prozent fürchten um ihre Unabhängigkeit und 23 Prozent sehen ein Wagnis darin, dass ihre Bestandsverträge mangels Freigabe möglicherweise nicht übertragen werden können.

Mehr als jeder dritte Makler (34 Prozent) gibt an, schon einmal die Kooperation mit einem Pool beendet zu haben, und zwar meist wegen schlechter persönlicher Erfahrungen (41 Prozent), Servicemängeln (36 Prozent) oder einer Verlagerung der Aktivitäten zu anderen Pools (22 Prozent). Ein Drittel der Makler zahlt eine Jahresgebühr an Pools oder Verbünde, im Schnitt 1.438 Euro pro Jahr (2017: 1.070 Euro). Der Rest vergütet die Dienstleistungen indirekt über den Einbehalt von Provisionen.

Künftig erwarten die Makler von Pools vor allem die Bewahrung ihrer Unabhängigkeit ohne Umsatzvorgaben (58 Prozent, unabhängige Vergleichsprogramme (53 Prozent) sowie Abwicklungs- und Beratungssoftware (51 Prozent). Mehrfachnennungen waren möglich.

Verteilung der Courtageinnahmen von Maklern über Pools heute und in fünf Jahren
(Bild: BBG).

Die befragten Makler erreichten 2017 im Schnitt knapp 199.000 Euro Courtageeinnahmen, wobei die Hälfte der Befragten auf maximal 100.000 Euro kamen. Über Pools generierten sie nach eigenen Angaben bei Komposit rund 46 Prozent, bei Privatvorsorge/Biometrie 22 Prozent, bei Finanzanlagen 12 Prozent, bei Kranken/Pflege 11 Prozent und in der betrieblicher Altersversorgung 6 Prozent.

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