11. Dezember 2017 | Von Eric Czotscher

Privatanleger investieren selten nachhaltig

Aktuelle Studie zeigt internationale Zurückhaltung

Nachhaltige Fonds machen viel Werbung mit grünen Bildern, doch bei Privatkunden kommt das kaum an. Bild: Annasunny/Thinkstock

Obwohl das Thema „nachhaltige Geldanlage“ in den Finanzfachmedien boomt und immer mehr institutionelle Anleger darauf achten, steht es bei privaten Geldanlegern nicht im Fokus. Lediglich 14 Prozent der Anleger in Europa, den USA, Asien, Lateinamerika und Australien berücksichtigen bei der Auswahl von Investments sogenannte ESG-Aspekte (Environmental, Social, Governance – ESG). Zu diesem Ergebnis kommt eine weltweite Onlinebefragung von insgesamt 15.300 Anlegern in 17 Ländern, durchgeführt vom US-Vermögensverwalter Legg Mason („Global Investment Pulse Survey“). Deutschland liegt dabei genau im internationalen Schnitt: Nur für 14 Prozent der hierzulande interviewten privaten Haushalte sind ESG-Angaben bei der Geldanlage entscheidungsrelevant.

Klaus Dahmann, Niederlassungsleiter von Legg Mason in Frankfurt am Main, er- kennt bei privaten Anlegern Nachholbedarf gegenüber institutionellen Investoren und Vermögensverwaltern, die mittlerweile ihre gesellschaftliche Verantwortung dokumentieren wollten. Während Deutsche in der Ernährung und Energieversorgung hohes ethisches Bewusstsein zeigten, sei dies bei der privaten Geldanlage weniger ausgeprägt. Er fordert die Fondsbranche auf, durch Betonung von ESG-Aspekten der Verantwortung für nachhaltige Kapitalanlagen gerecht zu werden.

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