12. Februar 2018 | Von Ulrich Lohrer

Vermögensverwaltung für Minibeträge

Anlage ab 1 Euro / Wettbewerb mit ETF-Sparplänen

Roboter können Geldanlage auch mit kleinen Beträgen (Bild: Thinkstock/Heavypong).

Mit Robo-Advisors erfährt die standardisierte Vermögensverwaltung eine Öffnung in Richtung  Kleinanleger. So offeriert neuerdings der Fintech Savemate in Kooperation mit der Sutor-Bank eine Anlageverwaltung per App für Geldbeträge bereits ab 10 Euro. Im Gegensatz zu herkömmlichen ETF-Sparplänen führen viele Robo-Advisors eine regelmäßige Anpassung (Rebalancing) der Assetallocation durch. Diese Dienstleistung konnten sich vor wenigen Jahren nur Vermögende mit hohen Anlagebeträgen leisten.  Savemate hat eine Zulassung als Finanzanlagenvermittler nach § 34f GewO.

Kostenunterschiede je nach Anbieter und Betrag

Berater und Vermittler sollten Anleger allerdings auf die Kosten der Robo-Advisors aufmerksam machen. Bei einer Mindestgebühr von 1 Euro pro Monat für Anlagebeträge bis zu einem Volumen von 1.500 Euro ist ein Sparbetrag von 10 Euro bei Savemate vergleichsweise teuer. Erst bei einer Anlagesumme zwischen 1.500 Euro und 20.000 Euro sind die Kosten mit 0,79 Prozent des Depotwerts und bei über 20.000 Euro mit 0,49 Prozent wettbewerbsfähig.

Der Robo-Advisor growney erhebt – ebenfalls in Kooperation mit der Sutor Bank – ab einer Sparplananlage von sogar nur 1 Euro eine Gebühr von 0,99 Prozent pro Jahr auf den Depotwert. Laut Vergleichsplattform justETF bietet der Robo-Advisor VisualVest mit der Union Investment Portfolio Bank Sparpläne ab 25 Euro für eine Servicegebühr von 0,6 Prozent an und Sina Santander mit der FIL Fondsbank für 1 Prozent (inklusiver aller Kosten).

Robo-Advisors wollen Massenmarkt erobern

Wenn der Finanzberater dem Kunden beim Rebalancing behilflich ist, lohnt sich der Blick auf aktuelle Angebote für ETF-Sparpläne. Bei einer Mindestanlage von 25 Euro für ETF-Sparpläne bei den Direktbanken Comdirect, Consorsbank, European Bank for Financial Services GmbH (ebase; über finvesto) oder bei der Postbank ist mit Gebühren von bis zu 1,5 Prozent zu rechnen. Kostenfreie Sparpläne – allerdings erst ab 50 Euro – offeriert Onvista. Zudem werden ETF-Sparpläne, wie eine Übersicht von justETF zeigt,  über Aktionsprogramme von Onlinebrokern angeboten.

So günstig wie heute dürften Robo-Advisors Kleinstsparpläne dauerhaft nur anbieten können, wenn sie insgesamt große Anlagevolumen einsammeln können. Einige Robo-Advisors wie vaamo und die Sutor-Bank bieten dafür Finanzberatern Kooperationen an, bei denen diese etwa als Tippgeber fungieren. Die Sutor-Bank offeriert eine fixe Provision plus eine Provision, die von der Höhe des Anlagevolumens abhängig ist. Eine Zulassung nach § 34f GewO ist nicht erforderlich.

 

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