17. Juli 2018 | Von Eric Czotscher

Risikoprofil von Anlegern professionell bestimmen

Neuer Sammelband zum „Risikoprofiling“ / Dialog mit dem Kunden im Fokus

Wer Verbraucher zur Geldanlage oder Altersvorsorge berät, muss bei Kapitalmarktprodukten die Risikotragfähigkeit, den Risikobedarf und die Risikobereitschaft des Kunden berücksichtigen. Das ist sinnvoll, damit der Anleger auch bei heftigen Turbulenzen am Kapitalmarkt  gut schlafen kann und gleichzeitig genügend Rendite für seinen Finanzbedarf in der Zukunft erwirtschaftet. Auch die Regulatoren verpflichten Finanzberater dazu, ihren Kunden nur Produkte zu empfehlen bzw. zu vermitteln, die für sie unter Risiko-Rendite-Gesichtspunkten geeignet sind – sei es bei der Geldanlage (MiFID-2) oder bei Versicherungsanlageprodukten (IDD).

Risikoprofil als Basis

Ein gutes Risikoprofiling bietet in Verbindung mit einer ganzheitlichen Finanzplanung eine solide Grundlage für alle daraus abgeleiteten Anlageempfehlungen. Letztlich wird der Kunde durch Kenntnis seiner eigenen Risikotoleranz, seines Risikobedarfs, seiner Risikowahrnehmung und der generellen Unsicherheit von Finanzentscheidungen in die Lage versetzt, selbstverantwortlich über seine Geldanlage zu entscheiden: Wie viel Risiko will er eingehen, um – realistischerweise – welche Rendite zu erzielen?

Doch wie misst man das Risikoprofil eines Menschen? Auskunft dazu gibt das gerade erschienene Buch „Risikoprofiling mit Anlegern – Kundenprofile treffend analysieren und in der Beratung nutzen“ aus dem Bank-Verlag (2018). Es umfasst eine Reihe von Fachbeiträgen unterschiedlicher Autoren, die die beiden Herausgeber Oliver Everling und Monika Müller ausgewählt haben. Monika Müller ist Finanzpsychologin und leitet das Unternehmen FCM Finanz Coaching, Dr. Oliver Everling ist Geschäftsführer der Rating Evidence GmbH.

Die Buchbeiträge decken ein breites Spektrum ab: von der Regulierung über Messverfahren bis zu neuen Geschäftsmodellen für Finanzberater. Ein Finanzberater, der ein professionelles Risikoprofiling mit den Werkzeugen von Finametrica, Riskalyze oder Financial DNA anbietet, kann seinen Kunden dafür eine Gebühr in Rechnung stellen. Oder er macht das Verfahren zu einem festen Bestandteil eines unabhängigen Honorarberatungsangebots. Damit bietet er seinen Kunden einen echten Mehrwert und schafft durch Transparenz Vertrauen. Im Beratungsgespräch geht es dann nicht nur um Fakten und Zahlen zu den Finanzmärkten und der Performance von Anlageprodukten, sondern auch um Emotionen und persönliche Einstellungen zu Risiko und Geld.

Die Erstellung von Risikoprofilen für Beratungskunden wird immer mehr zum Wettbewerbsfaktor für erfolgreiche Berater (Bild: Bank-Verlag).

Die Autoren des Sammelwerks sind Finanzberater sowie Experten und Entscheider aus Maklerpools und Beratungsdienstleistern, Banken, Versicherungen, Vermögensverwaltungen, Investmentgesellschaften und Universitäten. Unterschiedliche Meinungen und innovative Ansätze für die Finanzberatung der Zukunft machen das Buch zu einer Fundgrube für Finanzberater, die ihren Kunden eine bedarfsgerechte Beratung anbieten wollen und auf der Suche nach einem neuen Beratungsansätzen sind. ecz

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