28. November 2017 | Von Eric Czotscher

Erfinder von Indexpublikumsfonds jetzt auch an Frankfurter Börse

Vanguard-ETFs seit Oktober handelbar

Seit Ende Oktober 2017 notieren 23 Vanguard-UCTIS-ETFs an der Deutschen Börse in Frankfurt am Main, darunter ein brandneuer ETF auf den Euro Stoxx. Dieser ist nur in Frankfurt handelbar, die übrigen 22 ETFs (Aktien-, Anleihen- und „Smart-Beta“- bzw. Faktor-ETFs) auch in London (LSE) und Amsterdam (Euronext). Ein Wettbewerbsvorteil der Vanguard-Produkte sind niedrige Kosten. Die vermögensgewichteten Gebühren (Ongoing Charges Figure, OCF) der ETFs liegen nach Vanguard-Daten im Durchschnitt bei 0,11 Prozent p.a.

Vanguard wurde 1975 gegründet und verwaltet über 3,98 Billionen Euro in passiven, aber auch aktiven Fonds (insbesondere Faktorinvestments). Vanguard-Gründer John Bogle hat in den USA vor 40 Jahren den ersten nichtbörsengehandelten Indexpublikumsfonds aufgelegt. Damals galt sein rationaler „passiver“ und kostengünstiger Ansatz in der US-amerikanischen Finanzgemeinde als „unamerikanisch“. Doch heute ist sein Modell zum neuen Anlegerliebling geworden. Börsengehandelte Indexfonds (ETFs) geben am Markt für Investmentprodukte immer mehr den Ton an.

Allerdings spielt das rein passive Investment – also ohne Markettiming und andere aktive ETF-Strategien – weltweit immer noch eine unbedeutende Rolle, wie beispielsweise der deutsche Vordenker passiven Investierens, Gerd Kommer, betont  (siehe Der Neue Finanzberater 02/Juli 2016, Seite 12 bis 14). Der Wunsch, Marktentwicklungen vorherzusehen und den Markt zu „schlagen“, ist bei privaten und institutionellen Anlegern immer noch tief verwurzelt. Gerade institutionelle Anleger sind die Vorhut des passiven Investierens in ETFs und nichtbörsengehandelten Indexfonds.

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