15. Februar 2018 | Von Detlef Pohl

Beim Zahnschutz auf Premiumtarife achten

Für Kassenpatienten kann es sich lohnen, eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen. Versicherungsvermittler können hier mit Expertenwissen punkten

Gute Zahnpflege ist die beste Versicherung. Doch im Alter lässt sich teurer Zahnersatz kaum vermeiden (Bild: Thinkstock/furtaev).

Beim Vergleich der Angebote komme es vor allem auf drei Punkte an, so die Erfahrung des PKV-Experten:

  • Was ist bedingungsgemäß versichert?
  • Was ist mit Leistungen, die nicht in den Bedingungen aufgeführt sind, aber vom Versicherer aktuell trotzdem übernommen werden?
  • Was ist nicht versichert?

„Der Kunde hat nur einen Rechtsanspruch auf Leistungen, die klar in den Bedingungen geregelt sind“, weiß Schmidt. Makler sollten sich daher nicht auf Marketingversprechen der Gesellschaften verlassen. „Das kommt leider häufiger vor, als man denkt“, so der Experte. Er rät ohnehin nur zu Toptarifen. Als solche schätzt er derzeit den Tarif IGV Württembergische Duo Schutz D1 der Württembergischen ein (kostet für 40-Jährige 34,37 Euro Monatsbeitrag). Spitze seien auch Bayerische (Zahn Prestige), Janitos (Dental Max), Bayerische BKK / UKV (Zahn Premium) und Stuttgarter (Z4). „Bei dem IGV-Tarif sind die Bedingungen klar und verständlich in einem Leistungsprotokoll geregelt, welches auch als Beratungsdokumentation genutzt werden kann“, betont Schmidt.

Auswahl treffen

Oliver Fink, Objective IT, empfiehlt seine Software für den Wettbewerb mit Vergleichsportalen im Internet (Bild: Objective IT).

Bei der Beratungs- und Analysesoftware „Levelnine“ des unabhängigen Softwarehauses Objective IT in Burscheid werden sogar knapp 400 Zahntarifkombinationen abgebildet. Der Maklerpool blau direkt hält die Vergleichssoftware für so gut, dass er kürzlich 49 Prozent der Gesellschaftsanteile von Objective IT erworben hat. „Eine intensive Marktrecherche ist bei verhältnismäßig geringen Courtagen und der Menge an Tarifen kaum zu leisten“, sagt Objective-IT-Geschäftsführer Oliver Fink. Doch gerade bei Zahnzusatzversicherungen bestehe die Gefahr, dass Kunden bei falscher Beratung unerwartet auf hohen Kosten sitzen bleiben.

Bei Levelnine unterstützt ein Bedingungsassistent den Vermittler. „Mit wenigen Klicks prüft der Makler sehr schnell zahlreiche Kriterien und findet den individuell passenden Versicherungsschutz für jedes Budget. Heutzutage muss der Makler sich gegen Internetportale durchsetzen. Dafür benötigt er detaillierte Tarifkenntnisse, die über das Wissen des Kunden deutlich hinausgehen.“, erklärt Fink.

Wie Makler Schmidt hält auch Fink hochwertige Tarife für Zahnersatz für wichtig. Kritisch seien zum Beispiel Begrenzungen auf eine bestimmte Anzahl von Inlays und Implantaten oder die Deckelung des Erstattungsbetrages für beide Leistungen. Beide lehnen auch einen maximalen Erstattungsbetrag für diese beiden Leistungen ab. Der Versicherer sollte zudem keine Sanktionen vornehmen dürfen, wenn vor Behandlungsbeginn kein Heil- und Kostenplan eingereicht wurde, und er sollte auf sein ordentliches Kündigungsrecht und möglichst auch auf Wartezeiten verzichten. Neben den von Schmidt favorisierten Tarifen von Bayerische, UKV und Stuttgarter empfiehlt Objective IT auch Arag (Dent 90+ und Dent 100) sowie Central (Plan Z1) ­– siehe Tabelle. Es gelten allerdings folgende Einschränkungen: Bei Arag muss der Zahnarzt eine Kassenzulassung besitzen; Central und Stuttgarter verzichten nicht auf Wartezeiten nach Vertragsabschluss. Daher erfüllen diese vier Anbieter die Vorgabe im Beispiel nur zu 95 Prozent.

Bayerische kalkuliert ohne Alterungsrückstellungen

Im Detail lohnt auch ein Blick auf die Bilanzkennzahlen, um Beitragsstabilität zu sichern. Beispiel: Die Bayerische hat ihre Zusatzversicherung jetzt nach Art der Schadenversicherung berechnet, also ohne Alterungsrückstellungen. Die Beiträge bleiben nach Unternehmensangaben mindestens fünf Jahre stabil. Danach steht die Beitragsentwicklung allerdings in den Sternen.. „Der Versicherte kann sich womöglich seinen Schutz im höheren Alter, gerade wenn es darauf ankommt, nicht mehr leisten“, warnt daherGerd Güssler, Geschäftsführer des Analysehauses KVpro.de.

Der „Prestige“-Tarif der Bayerischen bietet volle Kostenübernahme bei Zahnbehandlung und -ersatz, zudem Kieferorthopädie in jedem Alter sowie weitergehende Maßnahmen zur Schmerzausschaltung wie Akupunktur, Narkose und Hypnose. Professionelle Zahnreinigung ist inklusive, allerdings gedeckelt auf maximal 200 Euro pro Jahr. Versicherbar ist jeder, dem höchstens drei Zähne fehlen, der keine herausnehmbare Prothesen hat und in den letzten drei Jahren nicht an Parodontose, Parodontitis, Zahnschmelzabbau, Zahn- und Gebissanomalie oder Kiefererkrankungen litt. Der „Prestige“-Tarif kostet für 21- bis 30-Jährige 25 Euro und zwischen 31 und 40 Jahren 32,60 Euro.

 

Hochwertige Zahnzusatzversicherungen1
Versicherer Tarif Beitrag (in Euro)2 Erstattungssatz (in Prozent) Präferenz Erfüllung der Vorgabe (in PRozent)
Arag Dent 90+ 29,33 903 6/6 95
Arag Dent 100 37,66 903 6/6 95
Bayerische BKK / UKV Zahn Premium 26,85 90 (RK4) 6/6 100
Bayerische Zahn Prestige 32,60 1003 6/6 100
Central Plan Z1 31,88 903 6/6 95
Stuttgarter Zahn Premium 28,95 903 6/6 95
1 Präferenz: Inlays ohne Einschränkung, Implantate ohne Einschränkung, Knochen aufbauende Maßnahmen, funktionsanalytische und -therapeutische Leistungen, 100 Prozent im Rahmen der Regelversorgung, keine zwingende Vorlage eines Heil- und Kostenplans.

2 Beitrag für Arbeitnehmerin (35) im Westen der Republik

3 inklusive Vorleistung der GKV

4 Rechnungsbetrag abzüglich GKV-Vorleistung x Erstattungssatz

Quelle: Objective IT/Levelnine (Stand: 12. Februar 2018).

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