17. Mai 2018 | Von Eric Czotscher

FinTechs arbeiten bei PKV und Vorsorge zusammen

fairr.de und ottonova stimmen Angebote aufeinander ab / Finanzberater können kooperieren

Der Deutsche Ärztetag hat den Landesärztekammern im Mai 2018 die Freigabe von Fernbehandlungen empfohlen. Beim Digitalversicherer ottonova ist bereits heute Telemedizin Made in Switzerland im Programm (Bild: Thinkstock/verbaska_studio).

Telemedizin in Deutschland noch am Anfang

Fernbehandlung bzw. Telemedizin ist ein Service, dessen Potenzial in Deutschland – anders als in der Schweiz – kaum ausgeschöpft ist. Der Deutsche Ärztetag hat sich deshalb im Mai 2018 dafür ausgesprochen, die Musterberufsordnung für Telemedizin zu öffnen – auch bei Erstbehandlungen. Dazu empfahl er den 17 Landesärztekammern das Standesrecht entsprechend anzupassen. In Baden-Württemberg läuft dazu bereits ein Pilotprojekt und auch Schleswig-Holstein zeigt sich für die Fernbehandlung bereit.

Zunächst sorgte das Thema Telemedizin aber für Ärger bei ottonova: Denn die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs, ein unabhängiger Zusammenschluss deutscher Unternehmen, hat beim Landgericht München eine Unterlassungsklage gegen das Startup eingereicht: wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Werbeverbot für Fernbehandlungen (§ 9 Heilmittelwerbegesetz). „Das Verfahren läuft noch“, bestätigte Christiane Köber, bei der Wettbewerbszentrale zuständig für das Gesundheitswesen, gegenüber „Der Neue Finanzberater“. Es betreffe nicht das ärztliche Standesrecht, sondern nur das Werbeverbot, betont Köber. Entsprechend habe sich durch die Initiative des Ärztetags nichts am Klagegrund geändert.

Nach Auffassung von ottonova jedoch wäre die Werbung für das eigene Telemedizinangebot nur dann unzulässig, wenn die angebotenen Fernbehandlung selbst unzulässig wäre. Das Angebot kommt aber aus der Schweiz, und dort ist die ärztliche Fernbehandlung seit Jahrzehnten erlaubt und fest etabliert ist, wie Rittweger von ottonova hervorhebt. Der InsurTech hatte sich vorab durch ein Gutachten abgesichert, damit sein Angebot nicht gegen bestehende Gesetze verstößt, wie es aus dem Unternehmen heißt.

 

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